Positionspapier aus dem Arbeitskreis Technisches Deutsch

Einleitung

Die Festlegung von sprachlichen Standards für technische Informationen in der deutschen Sprache ist eine zentrale Aufgabe. Vorteile solcher Standards für exportorientierte mittelständische Unternehmen sind:

  • Verlässliche Standards für Informationsqualität, auch für Zulieferer und Partner
  • Verringerung der Übersetzungs­kosten
  • Erhöhte Verständlichkeit der Informationen
  • Geringerer Supportaufwand für den Hersteller durch verständliche Information
  • Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse der Wahrnehmungspsychologie
  • Corporate Identity durch Konsis­tenz des sprachlichen Auftritts
  • Reduktion des mit der Dokumentation verbundenen Produkthaftungsrisi­kos
  • Verbesserte Suche in der techni­schen Information durch einheitli­che Terminologie

Technisches Deutsch

Unser Ansatz ist: Entwicklung und För­derung dieses zukünftigen Standards im Konzert aus Praxis, Forschung und Übersetzung. Unser Vorbild ist das Simplified Technical English. Der Standard sollte fol­gende Elemente einschließen:

  • Regeln für die Bildung von Terminologie und des branchenspezifischen Vokabulars
  • Regeln für Sprachstil und für einen funktionsorientierten Textaufbau
  • Festlegung eines branchenübergrei­fenden technischen Vokabulars
  • Standardisierte Formulierungen für wiederkehrende Kontexte
  • Software­gestützte Umsetzung dieses Stan­dards
Ein kohä­renter Ansatz, der Sprachregeln, Termi­nologie, Vokabular und funktionsorien­tiertes Textdesign zusammenbringt und von Praxis, Wissenschaft, Toolherstel­lern und Übersetzern gleichermaßen getragen wird, ist daher ein wichtiges Ziel.

Flexible Anpassbarkeit des Standards

Die Anforderungen der einzelnen Unternehmen sind unterschiedlich. Verschiedene Branchen und Geschäftsbereiche haben unterschiedli­che Anforderungen und Schwerpunkte. Zum Beispiel legen einige Unternehmen fest, dass in Benutzeranleitungen der Adressat direkt angesprochen wird („Drücken Sie den Schalter.“) In ande­ren Unternehmen wird die indirekte An­sprache bevorzugt („Den Schalter drücken.“) Wichtig ist an dieser Stelle die Konsistenz, so dass eine Form durchgängig verwendet wird.

Daher wird der Standard wie ein Menü aufgebaut. Neben den für alle gültigen Standards kann sich der Nutzer ein­zelne Module zusammenstellen, die seine Anforderungen optimal abbilden.

Arbeitskreis

Dieser Standard wird in einem Arbeitskreis für Technisches Deutsch entwickelt, der sich folgendermaßen zusammensetzt:

  • Mitglieder aus der Praxis, den techni­schen Redaktionen der Unter­nehmen
  • Mitglieder aus der Wissenschaft und Forschung
  • Mitglieder aus der Übersetzung
  • Mitglieder aus der Standardisierung und Prüfung technischer Dokumente

Vorgehensweise

Gründung des Arbeitskreises auf der TEKOM und Entwicklung einer gemeinsamen Position

  • Dokumentation der Anforderungen an einen solchen Standard auf Basis der Datenanalyse und Befragung der AK Mitglieder 
  • Festlegung der Standardelemente und der flexiblen Bereiche
  • Technische Umsetzung
  • Dissemination des Standards

Vorteile für die Teilnehmer

Sie bekommen einen Standard an die Hand, der die folgenden Vorteile hat:

  • Er ist anerkannt durch Wissen­schaft, Praxis und Übersetzung und zertifiziert.
  • Die Regeln sind wissenschaftlich fundiert.
  • Die Regeln sind praktisch erprobt.
  • Die Regeln können durch ein Sprachprüfprogramm automatisch geprüft werden.